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Robert rümpfte die Nase.
"Sieh mal, die Asis!" Sven sah sich um: "Wo?". "Na,
da drüben! Das die auch hierher kommen... Das kann ja was werden!"
Man konnte die Begeisterung von Robert geradezu hören. Dabei hatte
er sich schon den ganzen Mai auf das Pfingstcamp gefreut. Diesmal würden
sie das Fussball - match gewinnen, das hatte sich seine Gruppe fest vorgenommen.
Und das würde kein so´n Asi vermiesen. "Wieso kann das
was werden...?" Sven hakte nach. "na, ja, wie ich Die hier kenne,
sollen die doch bestimmt beim Fussballmatch mitspielen! Dabei haben die
ja noch nicht mal anständige Treter!" Robert sah stolz auf seine
Nikes hinunter. "Na? Was ist mit meinen
Kumpels?" Lauernd sah ihn Bruno an. "Passt Dir was nicht? Musst
es nur sagen, Du...." Punkt sechs gab`s Abendessen.
Aufschnitt und für jeden ein Stück Pizza. "Na? Gefällts
Dir hier?" Peter schob seinen Hintern auf die Bank neben Robert.
Dabei balancierte er das Tablett mit Wurst, Käse, Brot, Pizza und
einem Becher Tee fast artistisch auf den Tisch. "Na ja," brummelte
Robert. Große Lust auf ein Gespräch hatte er nicht. Schon gar
nicht mit dem Asi - Betreuer. Er mampfte die Pizza in sich hinein, und
war froh, das er einen Grund hatte, nicht zu reden. "Mit vollem Mund
spricht man nicht!" sagte seine Mutter immer. War der ganze Anstandskram
doch zu was nütze. Ihre Mannschaft hatten sie schnell zusammengestellt. Und schon um halb acht konnte Robert seine Befürchtungen schwarz auf weiss auf der Wandzeitung lesen: Punkt acht trat seine Truppe an, gegen die Mannschaft von Bruno. Als sie auf das Spielfeld liefen, sah er aus den Augenwinkeln einen hämisch grinsenden Bruno. "Dir arrogantem Schwein werden wir es zeigen!" stand in seinem Gesicht zu lesen. Und er wußte: Das würde hart werden. "Männer, nicht unterkriegen lassen, die Show schmeissen wir!" rief er laut. Die erste Halbe Stunde ging alles gut. Doch kurz vor der Halbzeit, da passierte es dann. Robert schrie plötzlich auf, fiel zu Boden und krümmte sich. "Foul, Foul!" riefen ein paar seiner Kumpels und stürzten sich wütend auf die Mannschaft von Bruno. Alles ging blitzschnell. Peter stürmte in die Mitte des Platzes. Auf dem Platz war ein wildes Knäuel tretender Jungs. Aus den Zelten kamen andere Betreuer gerannt. Und in Null komma nix war die schönste Keilerei im Gang. Immer mehr Teilnehmer rannten herbei. In der Mitte versuchten die Betreuer, die beiden Mannschaften zu trennen. Langsam aber sicher bekamen sie die Oberhand. "Lagervollversammlung!"
wie ein Lauffeuer ging die Nachricht rund, und eine Viertelstunde später
sassen sie alle im Kreis in dem großen Zelt. "Ich möchte
wissen, was da jetzt los war" begann Peter. Lisa meldete sich. "Ich finde, so hat das gar keinen Zweck. Ich schlage vor, das sich erstmal alle in ihren Gruppen beraten und das diskutieren. Und morgen nach dem Frühstück diskutieren wir das nochmal." Beifall. "Ok. Ok. Das ist glaube ich ein guter Vorschlag. Ich schlage vor, darüber abzustimmen." Das Ergebnis war deutlich. Einstimmig wurde beschlossen, die Diskussion im großen Kreis nach dem Frühstück fortzuführen. An diesem Abend wurde in allen Zelten noch lange beraten, bevor endlich Ruhe eintrat und sich der Schlaf über den Platz senkte. Niemand hatte bemerkt, dass
sich dunkle Wolken über den Platz zusammengezogen hatten. Plötzlich
wurden sie von einem lauten Donnerschlag aus dem Schlaf gerissen. Blitze
zuckten. Wieder ein Donnerschlag. Fast im gleichen Augenblick begann es
zu regnen. Ströme von Wasser ergossen sich über den Platz, die
Zelte, den Rasen. Und dann hörten sie ihn kommen: Rauschend und brausend
näherte sich der Wind. Brach herein über die Zelte, schüttelte
sie, bis die Heringe sich lockerten. Jäh aus dem Schlaf gerissen,
vom Schreck fast gelähmt, hockten sie in ihren Zelten, klammerten
sich an den Zeltstangen fest, versuchten zu verhindern, dass die Zelte
mit dem Sturm davonflogen. Und da hob sich das erste Zelt vom Boden -
ein kurzer Kampf der Bewohner, ein Rütteln, ein Schütteln und
knatternd flog es davon, verfing sich im nächsten Baum. "Hä, hä...," schadenfroh und hämisch lachte Robert. "nicht mal so ein bisschen Sturm halten die Billigzelte von den Asis aus!" Seine Rachegelüste waren voll befriedigt. Im Hintergrund flog das zweite Zelt davon, wurde vom Wind über den Platz getrieben. Schreiend und kreischend rannten seine Bewohner hinterher. Robert wollte gerade losprusten; zu komisch sah das aus; da merkte er wie sein Zelt zu hüpfen begann, sich dann ganz langsam hob, noch zweimal zuckte und gemächlich zur Seite davon flog. Augenblicklich klatschte ihm der Regen in das Gesicht. Und dann hatten die ersten ihren Schrecken überwunden. Bewegung kam in die Bewohner der Zelte. Janin, die in Lisas Zelt wohnte, rief über den Platz: "Wir müssen die Zelte retten!" Und Peter, der Betreuer rief: "Zuerst die Schlafsäcke und Eure Klamotten ins Haus bringen! Dort können wir übernachten. Und dann die Zelte retten!" Ein ungeheures Gerenne begann. Knapp eine halbe Stunde später waren die Schlafsäcke im Trockenen. Und die Rettungsaktion der Zelte begann. Nur wenige standen noch, fast alle hatte der Sturm aus dem Boden gerissen: Drei hingen in den Bäumen. Brunos Zelt flatterte wie eine Fahne in der Eiche am Ende des Platzes; gut drei Meter über dem Boden. "Du kannst doch gut klettern," wandte sich Peter an Robert. "Komm, hilf mal!" Gemeinsam kletterten sie in den Baum. Unter großem Hallo der übrigen, die die Bergungsaktion beobachteten, wurde Brunos Zelt aus dem Baum befreit. Mittlerweile hatte sich der Sturm gelegt. So plötzlich, wie er gekommen war, war er auch wieder verschwunden. "Puh," ächzte
Robert, als er wieder auf dem Boden neben dem Zelt stand. "Ganz schön
schwer!" September 99 |
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